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Vor dem Verkauf

Münzen reinigen vor dem Verkauf? Warum das ein teurer Fehler ist

Eine polierte Münze bringt beim Verkauf oft deutlich weniger als eine schmutzige. Was Patina für Sammler bedeutet und warum Sie Ihre Münzen am besten so lassen, wie sie sind.

26. August 20264 Min. Lesezeit

Die Münze liegt seit Jahren in der Schublade, dunkel angelaufen, mit ein paar Fingerabdrücken drauf. Vor dem Verkauf greifen viele Menschen instinktiv zum Silberputztuch oder zur Zahnpasta, damit sie ordentlich aussieht. Genau dieser Griff kostet oft mehr Geld, als die Politur an Glanz bringt. Bei uns landen jede Woche Münzen, die mit bestem Willen blank geputzt wurden. Der Wert war da meistens schon weg, bevor die Münze überhaupt bei uns ankam.

Patina ist kein Schmutz, sondern ein Gütesiegel

Was auf den ersten Blick wie Verschmutzung wirkt, ist meistens Patina. Eine dünne Oxidschicht, die sich über Jahrzehnte auf der Metalloberfläche bildet. Für Sammler ist diese Schicht ein Beleg dafür, dass eine Münze nie bearbeitet wurde. Sie zeigt das Alter, die Lagerung, manchmal sogar die Herkunft. Eine unberührte Oberfläche gilt deshalb in der Numismatik als deutlich wertvoller als eine blank polierte. Bei einer Münze aus den 1950er oder 1960er Jahren gehört eine leichte Graufärbung einfach zum Alter dazu.

Sobald jemand eine Münze poliert oder mit Chemikalien behandelt, verschwindet diese Schicht unwiderruflich. Darunter kommen feine Kratzer zum Vorschein, die vorher unter der Patina versteckt waren. Fachleute erkennen eine gereinigte Münze fast immer auf den ersten Blick, oft schon mit bloßem Auge. Je nach Seltenheit und Erhaltung sinkt der Wert dadurch um 20 bis 50 Prozent. Bei aggressiver Behandlung mit Politur oder Säure kann eine Münze für Sammler komplett uninteressant werden, auch wenn sie danach heller glänzt als vorher.

Reinigen oder polieren Sie Ihre Münzen unter keinen Umständen vor der Einsendung.

Was Sie vor dem Verkauf lieber lassen sollten

Manche Methoden klingen harmlos, richten aber genau den Schaden an, den Sie eigentlich vermeiden wollen. Dazu gehören:

  • Polieren mit Silberputzmitteln oder Metallpolitur
  • Ultraschallreiniger, auch auf niedriger Stufe
  • Säurebäder, Cola, Essig oder andere Hausmittelchemie
  • Abreiben mit Tüchern, Zahnbürsten oder Wattestäbchen
  • Kratzen mit spitzen Gegenständen, um Schmutz aus den Prägungen zu lösen

Selbst ein einziger Durchgang mit einem weichen Tuch kann feine Mikrokratzer hinterlassen, die unter der Lupe sofort auffallen. Und einmal entstanden, lässt sich so ein Kratzer nicht mehr rückgängig machen, egal wie vorsichtig danach gearbeitet wird.

Das dürfen Sie getrost so lassen

Nicht jede Spur an einer Münze mindert den Wert. Fingerabdrücke vom Anfassen, leichte Verfärbungen durch normale Oxidation, kleine Lagerspuren vom jahrelangen Aufbewahren oder feine Kratzer vom Geldbeutel gehören zum natürlichen Zustand einer alten Münze. Auch Staub oder Fusseln aus einer alten Keksdose gehören genauso dazu. Wischen Sie nichts davon ab. Packen Sie die Münze einfach so ein, wie sie ist, und lassen Sie den Rest die Begutachtung entscheiden.

So bewerten wir Ihre Münzen bei HSK Münzen

Bei der Begutachtung zählt der Originalzustand, keine Hochglanzoptik. Patina, Fingerabdrücke oder normale Alterungsspuren führen bei uns zu keinem Abzug. Wir kennen den Unterschied zwischen natürlicher Alterung und tatsächlicher Beschädigung und bewerten entsprechend fair, unabhängig davon, ob eine Münze glänzt oder nicht. Wurde eine Münze bereits vor der Einsendung gereinigt, sagen wir das offen und erklären, welchen Einfluss das auf den Preis hat, statt es einfach kommentarlos abzuziehen.

Die Begutachtung ist für Sie kostenlos und unverbindlich, unabhängig davon, ob am Ende ein Verkauf zustande kommt. Am einfachsten ist es, die Münzen unbehandelt einzusenden und den Rest uns zu überlassen. Jetzt Sammlung bewerten lassen und in Ruhe ein faires Angebot abwarten.

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      Michael Grothe, Geschäftsführer der HSK Münzen / geseo GmbH

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